Nordisch leben

Rising Insane rockt Deutschlands Bühnen

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Die fünf Bandmitglieder von Rising Insane aus Hude und Umgebung haben  viele zusätzliche Tage im Proberaum verbracht, sich ein spezielles Set überlegt, an Feinheiten gearbeitet und ihre Lichtshow mit neuem Equipment aufgewertet. Insgesamt vier Wochen haben sie sich intensiv auf ihre erste Tour durch Deutschland vorbereitet, denn das Programm hat es in sich: In dreieinhalb Wochen spielen sie 14 Shows.

„Das ist die erste Tour in dieser Größenordnung“, erklärt Bassist Ulf Hedenkamp. Rising-Insane tritt dabei als Vorband der Metalcore-Gruppe Annisokay vor jeweils etwa 300 bis 500 Menschen auf. Für das Konzert am 17. November in Leipzig wurden bisher sogar 700 Tickets verkauft, berichtet der Huder.

„Diese Erfahrung ist etwas völlig neues, und wir sind davon allesamt schwer begeistert.“ Ausverkaufte Shows, professionelles Catering statt Dosenravioli und sich in einem Nightliner von einem Auftritt zum nächsten transportieren lassen: So machen es wohl die Rockstars.

Beim Springsane Festival kennengelernt

Seit mehr als einer Woche spielen Rising Insane nun mit den Jungs von Annisokay auf den Bühnen Deutschlands. Dabei sind die vier Musiker aus Halle schon echte Profis. Bereits seit 2007 sind sie als Annisokay unterwegs. Sie spielten zahlreiche Shows in Deutschland, doch auch in den Niederlanden und auf Festivals präsentierten sie schon ihre Musik. Zuletzt waren sie auf einer großen Tour in den USA und spielten insgesamt auf 28 Konzerten in 31 Tagen.

Der Kontakt zwischen den beiden Gruppen ist schon vor einigen Jahren entstanden. „Wir haben sie vor drei Jahren zum Springsane Festival geholt.“ Die  Veranstaltung in Hude wird von Hedenkamp bereits seit sechs Jahren organisiert und ist in der Metalszene des Oldenburger Landes bekannt. Nach dem ersten Aufeinandertreffen in Hude folgten im vergangenen Jahr Autritte in Frankfurt und Hannover, bei denen Rising Insane die Shows für Annisokay eröffneten.

Gründung 2012

Als sie 2012  die Metalcore-Band Rising Insane gründeten, war an eine Tour in dieser Art noch nicht zu denken. „Angefangen hat alles mit einem eher spontanen Treffen auf Roberts Dachboden, wo sein Schlagzeug steht und noch ein paar Instrumente von früheren Bandprojekten rumlagen“, erklärt Hedenkamp. Nach und nach kamen die heutigen Bandmitglieder, die in Hude, Ganderkesee, Schierbrok und Hoykenkamp wohnen, dazu und 2013 war Rising Insane komplett. Kleinere Auftritte folgten. „Wir haben vorher öfter sogenannte ‚Weekender‘ gespielt, eine Show am Freitag und eine am Samstag.“ Durch eine dreitägige Tour mit der amerikanischen Band Fight the Fade haben die fünf Musiker sogar schon Tour-Luft geschnuppert.

Nach Notfall eingesprungen

Von wegen chaotische Rocktour: Entgegen des Images ist der Tagesablauf der beiden Bands derzeit ziemlich geregelt. „Wir kommen gegen Mittag beim Club an, gegen 13 Uhr gibt es dann meist Frühstück“, so Hedenkamp. Anschließend laden sie den Trailer aus, bauen die Instrumente auf und machen den Soundcheck. Ab 18 Uhr gibt es Abendessen und danach geht es auch schon auf die Bühne. „Klingt zwar monoton, aber es ist jeden Tag aufs Neue besonders.“

Trotzdem kann man den Alltag unterwegs nicht perfekt planen: Am vergangenen Wochenende kugelte sich Frontmann Dave von Annisokay in Köln während der Show die Schulter aus. Er musste sich in einem Krankenhaus behandeln lassen. Prompt half Rising Insane aus. Der Sänger Aaron Steineker sprang an Stelle des Frontmanns ein und performte mit der Band die letzten zwei bis drei Songs. „Das sind die unvorhersehbaren Dinge, die passieren können“, erklärt Hedenkamp.

THANK YOU COLOGNE – Fully Automatic Tour 2018

Yesterday was one of the hardest but also craziest shows we've ever played! Dave dislocated his shoulder on stage! Thank you Cologne for supporting us and turning this into a night we will never forget! <3 Dave is already back from the hospital and he's ready for the next show in Dresden! Video by Peter Leukhardt

Gepostet von annisokay am Sonntag, 28. Oktober 2018

Der normale Touralltag endet in der Regel gegen 3 Uhr nachts im Bus. Der Nightliner, der dafür ausgerichtet ist, Bands von einem Veranstaltungsort zum nächsten zu fahren, sieht auf den ersten Blick nach einem Abenteuer auf vier Rädern aus. 16 Leute und der Busfahrer kommen auf dieser Tour darin unter – Toilette, Küche und Schlafkojen sind auch an Bord. „Im Nightliner ist es natürlich etwas eng, aber die Betten sind total in Ordnung, und durch die vielen Lounges ist auch mehr als ausreichend Komfort geboten“, so Hedenkamp. „Schwierigkeiten bieten sich vielleicht denen, die zuletzt schlafen gehen, und das Schnarchen der anderen ausblenden müssen.“

Und auf der Bühne? Vor dem Publikum gibt Rising Insane bei jedem Auftritt alles. „Aaron hat sich für die Tour vor allem sportlich vorbereitet, damit er es konditionell durchziehen kann. Schwimmen, laufen, Radfahren und Fitnessstudiobesuche waren an der Tagesordnung“, berichtet Hedenkamp. Das hat sich gelohnt: Die Fans von Annisokay scheinen von der Metalcore-Band begeistert zu sein.

Nach der Tour werden Rising Insane am 24. November in Oldenburg und am 8. Dezember in Aurich auf der Bühne stehen. Doch das ist noch nicht alles: „Unser zweites Album wartet darauf, abgeschlossen zu werden, und natürlich wollen wir 2019 an dieses Jahr anknüpfen“, sagt der Bassist der Band.

Anna-Lena Sachs

27-jährige Oldenburgerin, Seriennerd und geborener Lax mit einem Bachelor in American Studies und einem Master in Journalismus.

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