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Nordisch unterwegs

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Hier nehmen wir Euch mit unseren Reisereportagen mit in die weite Welt. Aber auch im Oldenburger Land sind wir unterwegs und erzählen Euch von unseren Erlebnissen und Begegnungen mit Menschen in der Region.

Eine Frau liegt auf den Metallplatten, die den Autoscooter umgeben. Ein Rettungssanitäter kniet neben ihr, zwei Mitglieder der Feuerwehr Rodenkirchen schirmen die Szenerie ab. Aus den Boxen des Fahrgeschäfts dröhnen die Spice Girls in ohrenbetäubender Lautstärke, Besucher drehen ihre Runden im Autoscooter, schreien begeistert auf, wenn die Scooter aufeinander prallen. Das Blaulicht des Rettungswagens blitzt im Dunst der Nebelmaschinen auf, vermischt sich mit dem Lichtgewitter des Rodenkircher Marktes. Am Straßenrand versorgt die Polizei gerade eine weitere hilflose Person, in der Ferne hört man das Martinshorn eines Krankenwagens näherkommen. Willkommen in der Nachtschicht auf dem Rodenkircher Markt.

„Radtouren entlang von Flüssen – das machen doch vor allem Ehepaare ab Mitte fünfzig. In ihrem Sommerurlaub.“ Das hat ein Freund von mir mal gesagt, mit leicht spöttischem Unterton. Ich habe nicht widersprochen, habe sogar mitgelacht. Ich habe aber auch nicht gesagt, dass ich selbst großer Fan von Radfernwegen, die an Flüssen entlangführen, bin. Was es da nicht alles gibt: Donauradweg (2850 Kilometer durch acht Länder), Rheinradweg (1233 Kilometer durch vier Länder), Elberadweg (1260 Kilometer durch zwei Länder), um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und dann gibt es noch den Hunteradweg (137 Kilometer durch vier, äh, Landkreise).

Sehenswürdigkeiten und Strand – so lautete der Plan für unseren Mädels-Trip. Eigentlich gar nicht so schwer, könnte man meinen. Aber bei unseren ausgiebigen Recherchen trafen wir auf nicht viele Städte, die neben einer spannenden Kultur auch über tolle Sandstrände verfügten. Barcelona und Lissabon waren raus – das finale Rennen entschied sich zwischen Porto und Valencia. Wir entschieden uns aufgrund der besseren Flugzeiten und -tage für ersteres.

Erzkonservativ und katholisch – so wird der Landkreis Vechta häufig von außen gesehen. Im Oldenburger Münsterland ist die Welt eben noch in Ordnung. Hier wird mit Vorliebe die CDU gewählt,  die Kinder sind abends um 18 Uhr vom Spielen wieder zuhause und um 20 Uhr sind die Bürgersteige hochgeklappt. Doch dann kommen diese sechs unheilvollen Tage, die so etwas wie eine Krankheit darstellen und einen Ausnahmezustand provozieren: Der Stoppelmarkt Vechta.

„Du hast gerade die Eröffnungsrede von Dumbledore verpasst! Und Claudia ist in die maulende Myrte reingelaufen!“ Und ich sitze noch in meinem Auto und steuere den Parkplatz an. Christina hat gerade eben angerufen, um einen ersten Lagebericht abzugeben: Mit meinen zwei Schwestern besuche ich drei Tage lang das Elbenwald-Festival in Luhmühlen.

Wie würde es sein, wenn Dinosaurier nicht ausgestorben wären? Diese Frage stellte ich mir als Kind immer wieder. In den 90ern kam der erste Teil der Filmreihe „Jurassic Park“ in die Kinos, der sich genau damit auseinandersetzte.  Jetzt, 25 Jahre später, erobern die Dinos wieder die Kinoleinwände und das Kind in mir wollte es sich nicht nehmen lassen, Rexy und Co. mal wieder einen Besuch im Dinopark Münchehagen bei Hannover abzustatten. Wie es sich anfühlt, an Orte seiner Kindheit zurückzukehren und warum Jurassic Park ein Meilenstein für Dinofans ist,  konnte ich bei den Jurassic Days erfahren.

Tiefe Bässe, Dreadlocks wohin man schaut und der süße Duft von äähhh Rumpunsch liegt in der Luft. Sobald ich den Zug nach einer knappen Stunde Fahrtzeit von Oldenburg aus in Bersenbrück verlasse, bin ich nicht mehr im Alltag. Mein Urlaub hat erst jetzt wirklich begonnen, mit diesem kleinen Schritt aus dem Zug heraus auf Gleis 3 des Bahnhofs. Es ist Mittwoch und ich will zum Reggae Jam-Festival.

Wie ist es, die kleine  Hansestadt Bremen (rund 550.000 Einwohner) gegen die Millionenstadt Tokyo (rund 9,5 Millionen Einwohner) zu tauschen? In einem Land zu wohnen, in dem man die Sprache kaum versteht und in einer Stadt eine Heimat zu finden, die nie zur Ruhe kommt? Da gehört schon eine Menge Mut dazu. Kim Nause-Render (26) und Maximilian (28) Nause haben genau das getan, sie sind nach Tokyo ausgewandert und erzählen, wie es ist, plötzlich in Tokyo zu wohnen und was ihnen besonders an der japanischen Mentalität gefällt.

Der Schweiß tropft mir in den Nacken. Die Klimaanlage im Zug hat mich im Stich gelassen und nicht mal das Wedeln mit meiner Zeitung hilft. Ich denke an den bevorstehenden Abend: Gut, dass Ed Sheeran in Hamburg ein Open Air auf der Trabrennbahn gibt – in geschlossenen Räumen ist es nämlich an diesem hochsommerlichen Mittwoch nicht auszuhalten: 34 Grad, gefühlte 40 – der diesjährige Sommer in Deutschland meint es gut mit uns. Zu gut.