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Claus Arne Hock

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Jahrgang 1982; Journalist mit Migränehintergrund; Die Kanzlerin hat mir nie ihr Vertrauen ausgesprochen; Volontär in der Presseagentur GanterMedia (Ganderkesee); Musikbegeisterter Film- und Comicfan.

Wer Marika Nagy zum ersten Mal trifft, lernt eine junge, fröhliche und aufgeschlossene Frau kennen. „Ja, die Leute gucken“, sagt die 21-jährige Bremerin. „Mittlerweile kann ich damit aber gut umgehen.“ Dass das schon mal anders war, kann man ahnen, denn Marika sieht anders aus als die Norm. „Ich hab halt viel Farbe“, sagt sie und muss lachen. Die junge Frau leidet unter der Pigmentstörung Kongenitaler Nävus, wobei „leiden“ eigentlich das falsche Wort ist. Gelitten hat sie früher, in der Schulzeit. Jetzt trägt sie die zahlreichen Muttermale wenn schon nicht mit Stolz, dann aber mit einer großen Selbstverständlichkeit. „Es ist doch nur Farbe“, sagt sie immer wieder, es wirkt wie ein in Worte gefasstes Schulterzucken.

Ich muss zugeben, dass Adam Angst lange an mir vorbeigingen (und leider auch Frau Potz). Umso begeisterter war ich, als ich dann doch über Sänger Felix Schönfuss und sein aktuelles Bandprojekt stolperte. Das war kurz vor der Veröffentlichung von „Neintology“. Was soll ich sagen, das Debutalbum „Adam Angst“ war schnell bestellt, schnell mehrfach durchgehört und „Neintology“ (erschienen bei Grand Hotel van Cleef) gleich vorbestellt. Hat es sich gelohnt? Fuck, yes.

Zahllose Ideen, die die Welt im Großen oder im Kleinen verändern könnten, landen in der Schublade. Sie bringen es nie zur Marktreife, weil das Geld fehlt, kein Feedback eingeholt werden kann oder den Entwicklern der entscheidende Gedankenblitz fehlt. Um diese Sackgassen zu verhindern, gibt es viele Möglichkeiten – eine davon ist die Prototypenparty. Diese fand jetzt zum vierten Mal in Oldenburg statt.

Eine Frau liegt auf den Metallplatten, die den Autoscooter umgeben. Ein Rettungssanitäter kniet neben ihr, zwei Mitglieder der Feuerwehr Rodenkirchen schirmen die Szenerie ab. Aus den Boxen des Fahrgeschäfts dröhnen die Spice Girls in ohrenbetäubender Lautstärke, Besucher drehen ihre Runden im Autoscooter, schreien begeistert auf, wenn die Scooter aufeinander prallen. Das Blaulicht des Rettungswagens blitzt im Dunst der Nebelmaschinen auf, vermischt sich mit dem Lichtgewitter des Rodenkircher Marktes. Am Straßenrand versorgt die Polizei gerade eine weitere hilflose Person, in der Ferne hört man das Martinshorn eines Krankenwagens näherkommen. Willkommen in der Nachtschicht auf dem Rodenkircher Markt.

Zwar gibt es in Oldenburg keine Gaslaternen mehr, aber das hält Frederik Vosgerau (22) und Bero Bartels (19) trotzdem nicht davon ab, das 19. Jahrhundert in die Gegenwart zu holen. Frederik, der Zweiradmechaniker, und Bero, der Zweiradmonteur, lieben es, Fahrrad zu fahren – und das über den Köpfen von Fußgängern und anderen Radlern. Die beiden jungen Oldenburger bauen in ihrer Freizeit nämlich Hochräder. Nein, nicht die mit den beiden unterschiedlich großen Rädern, sondern sogenannte Tallbikes. Und diese wurden ursprünglich genutzt, um Gaslaternen anzuzünden.

Harte Gitarrenriffs, hämmerndes Schlagzeug, treibender Bass und obendrauf noch der energiegeladene Gesang zwischen Schrei und Melodie: In Ganderkesee hat sich eine junge Band gegründet, die sich ganz dem „Post-Hardcore“, einer besonders harten und „aggressiven“ Richtung des Punkrocks, verschrieben hat. „Maelføy“ nennt sich die Band von Marne Büch (22, Gesang), Christopher Maaß (26, Bass), Martin Schiwy (24, Drummer) sowie den beiden Gitarristen Lukas Meyer (22) und Lars Riedel (24).

Tossens im Ausnahmezustand: Das 800-Seelen-Dorf wird am kommenden Wochenende vom 3. bis 4. August von feierwütigen Festivalbesuchern gestürmt. Das Festival „Andy ist auf einem Tennisturnier“ – oder kur: das Andys – geht in die sechste Auflage und lockt mal wieder musikbegeisterte Massen aufs flache Land. Emily vom Sach an-Channel hat sich mit Wladimir, Teil des Orgateams, über das Festival unterhalten und ein paar Infos für euch mitgebracht.

Sie lächelt, beißt sich auf die Unterlippe, tanzt und wirbelt über die Bühne, während die Sonne über dem Schlossplatz in Oldenburg untergeht. Im Publikum gehen die Arme nach oben, es wird geklatscht, ein paar Menschen tanzen, ein Lächeln im Gesicht. Und die Herzen schlagen die Pauken, um das Lied der jungen Musikerin Lotte zu zitieren, die am Freitagabend auf dem Kultursommer in Oldenburg spielte.

Aus dem Flugzeug springen und mit mehr als 200 km/h dem Erdboden entgegenrasen: Das ist für Freddy Haase (29, Weyhe) und Verena Jürgens (35, Oldenburg) so alltäglich wie Autofahren. Die beiden Fallschirmspringer starten regelmäßig vom Flugplatz Ganderkesee aus, um ihrem Hobby nachzugehen.
Spaß macht es beiden tatsächlich so viel, dass sie auch an Fallschirmsprung-Wettbewerben teilnehmen beziehungsweise teilgenommen haben. Verena Jürgens ist gerade auf der Suche nach einem neuen Team, Freddy Haase springt noch regelmäßig auf Meisterschaften – als Kameramann.