Nordisch unterwegs

Airbeat One 2018: Eskalation in Norddeutschland

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Normalerweise ist klarnordisch im Nordwesten Deutschland unterwegs. Ein ganz besonderes Ereignis hat die Kollegin Chelsy Haß jedoch in den Nordosten gelockt. Dort bebte der Boden, der Bass wummerte ununterbrochen und leuchtende Farben strahlten durch den Abendhimmel. Die Rede ist vom Elektro-Festival Airbeat One im Mecklenburg-Vorpommerschen Neustadt-Glewe.

Das Fazit: Die ausgelassene Feierstimmung auf dem riesigen Areal war absolut ansteckend! Mehr als 55.000 tausend Besucher pro Tag und 180.000 Teilnehmer insgesamt an allen vier Tagen aus 50 Nationen fanden sich für das 17. Airbeat One auf dem Flugplatz-Gelände in der Kleinstadt Neustadt-Glewe zusammen, dass sich zu einer der größten Veranstaltungen dieser Art in Norddeutschland entwickelt. 170 DJs – darunter Größen wie Tiësto, Steve Aoki, Armin van Buuren und Hardwell – spielten auf fünf gigantischen Bühnen Techno, House, Trance, Progressive, Trap, Goa, Hardstyle, Frenchcore und Hardcore.

Dabei lautete das Motto in diesem Jahr „Great Britain“ und das war Programm: 130 Meter breit war die Mainstage, die nicht nur berühmte Sehenswürdigkeiten wie House of Parliament, Westminster Abbey und den Big Ben beinhaltete, sondern auch die Tower Brigde und das London Eye zeigte. In der Mitte der bombastischen Bühne befand sich das DJ-Pult.

Aber von Anfang: Schon am Mittwoch, dem Hauptanreisetag, waren die Autobahnen verstopft. Das Partyvolk gab sich zu erkennen – ob Wohnwagen, Busse oder riesige Anhänger mit der Aufschrift „Airbeat One“ – alle hatten ein Ziel: den Campingplatz. Nachdem alle möglichen Kontrollen passiert wurden, wurde der Platz langsam aber sicher immer voller. Reihe um Reihe wurde das Campinggelände mit Autos und Menschen „aufgefüllt“. Dann ging alles ganz schnell. Zack, Pavillons und Zelte standen.

Pre-Opening am Mittwoch

Nachdem sich alle eingelebt, eingetrunken und eingefeiert hatten, ging es nachmittags auf das Festivalgelände: Norddeutschlands größtes Elektro-Festival startete erstmals bereits am Mittwoch mit einem Pre-Opening. Extra hierfür wurde der sechsfach Grammy nominierte DJ Kaskade aus den USA eingeflogen. Für den US-Amerikaner war es das erste Mal überhaupt, dass er in Deutschland auflag.

Am Donnerstag ging es weiter mit Ostblockschlampen, Lost Frequentes, Vini Vici, Zedd, Tiësto, Marshmello – kein schlechtes Line Up für den ersten „offiziellen“ Festivaltag. Und die Euphorie, die schon jetzt überall in der Luft hing, sollte bis zum Ende nicht nachlassen. Vor seinem Auftritt auf der Q-Dance-Stage, hat der belgische Hardstyle-DJ Coone mit klarnordisch gesprochen. In dem Interview ging es unter anderem um seine Liebe zum Genre, neue Musik und seine Youtube-Serie Trip to Tomorrow, in der er seine Vorbereitungen für das Tomorrowland in seiner Heimat Belgien dokumentiert. Klarnordisch hat er auch verraten wer sein musikalisches Vorbild ist.

Der zweite Festivaltag lieferte mit W&W, Afrojack, Armin van Buuren, Dimitri Vegas & Like Mike und dem einzigen deutschen Festivalgig von DJ Snake in diesem Jahr den totalen Abriss auf der Mainstage. Auf der Q-Dance-Stage legten derweil drei Tage lang Hardstyle- und Hardcore-Größen wie Zatox, Partyraiser, Coone, Da Tweekaz, Atmozfears, Brennan Heart, Frequencerz, Angerfist und Headhunterz auf und ließen den Boden erzittern. Auf keiner anderen Bühne wurde der Bass so weit aufgedreht und die Bpm schossen nirgends so weit in die Höhe. Als MC fungierte, wie sollte es anders sein, der Niederländer Villain.

Stromausfall auf den Stages

Am Freitag dann der Supergau: Während Armin van Buuren auf der Mainstage auflegte, ging plötzlich nichts mehr. Alles war dunkel und kein Sound kam aus den Boxen. Die Besucher des Airbeat One ließen sich davon aber nicht beirren. Nach rund 45 Minuten ging wieder alles und das Partyvolk feierte weiter. Hoch her ging es am letzten Festivaltag. Hier ließen es Hardwell, KSHMR, Timmy Trumpet, Steve Aoki und Steve Angello noch einmal so richtig krachen. Auf der Terminal-Stage heizte der niederländische DJ und Musikproduzent Bakermat seinen Fans ein. Im Interview mit klarnordisch hat er verraten, was bei ihm derzeit los ist, warum er sein Psychologie-Studium abgebrochen hat, was sein Künstlername zu bedeuten hat und wie er geerdet bleibt.

Der Höhepunkt des Festivals war zweifelsohne die 15-minütige  Abschlussshow auf der Mainstage, bei der ein gigantisches Feuerwerk über Norddeutschland erstrahlte. Schon jetzt steht fest, wann Mecklenburg-Vorpommern 2019 im Ausnahmezustand sein wird. Die 18. Ausgabe des Airbeat One-Ferstivals steigt vom 10. bis 14. Juli 2019. Der Vorverkauf  startet am 1. September 2018.

Chelsy Haß

Chelsy, nicht Chelsea oder Chelsey. 24 Jahre alte Volontärin der Nordwest-Zeitung mit ostfriesischem und (süd)amerikanischem Migrationshintergrund. Studiert habe ich im schönen Münster, und zwar Germanistik und Italienisch. Ansonsten bin ich ein Opfer meiner Generation - Stichwort Popculture und Smartphonesucht. Ich versuche aber der schleichenden Verdummung zu entkommen.

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