Nordisch unterwegs

Wenn „free“ wirklich „kostenlos“ bedeutet

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Die Freunde und Kollegen fliegen bald in den langen Sommerurlaub und man selbst muss zuhause bleiben und womöglich auch noch im Büro die Stellung halten? Dann sollte doch wenigstens ein Kurzurlaub, vielleicht übers Wochenende drin sein – wie wäre es mit einem Städte-Trip – und einer Free Walking Tour?

Tourguide „Lölli“ bei meiner ersten Free Walking Tour in Reykjavik (Bild: Balthazaar)

Egal ob es nach London, Amsterdam, Kopenhagen oder doch lieber weiter in den Süden nach Barcelona oder Lissabon geht, ein Problem bleibt gleich: Wie lässt sich eine Stadt am besten „kennenlernen“ – vor allem, wenn man nur wenig Zeit hat, nicht mit einem womöglich komplizierten Stadtplan auf eigene Faust losziehen möchte und auch nicht viel Geld ausgeben will? Mein Tipp: Free Walking Touren.

Dieses Angebot gibt es in vielen Großstädten weltweit. Zum ersten Mal darauf gestoßen bin ich 2015 in Reykjavik – das ist keine Stadt wie Paris oder Rom, bei der einem sofort zig Sehenswürdigkeiten einfallen, die man gerne besichtigen würde. Zumindest mir ging es so. Also habe ich mich zum ersten Mal dazu entschieden, eine geführte Tour zu machen – und bin eher zufällig auf das Angebot „Free Walking Tour“ gestoßen.

Gibt es vorher etwas zu beachten?

Ist das wirklich kostenlos? Wo ist der Haken an der ganzen Sache? Anfangs war ich eher skeptisch – aber man musste die Tour nicht buchen, musste keine Daten irgendwo angeben, sondern einfach nur pünktlich am genannten Treffpunkt sein. Ich kann euch sagen: Es gibt einfach keinen Haken! Free heißt wirklich erst einmal kostenlos.

Aber wie funktioniert das Ganze? Free Walking Touren werden durchgeführt von verschiedenen Organisationen. Am Treffpunkt warten dann Tourguides, die durch „ihre“ Stadt führen. Die Touren finden auf Englisch und in manchen Städten auch auf Spanisch statt – oft auch mehrmals am Tag.

Eine Obergrenze gab es bisher nur in Amsterdam, hier dürfen nicht mehr als 20 Personen in einer Gruppe sein. Meine Erfahrung von rund zehn Touren überall auf der Welt zeigt aber, dass 20 bis 25 Personen die durchschnittliche Gruppengröße ist.

Was sieht man bei dem etwas anderen Städte-Trip?

Touristen aus vielen verschiedenen Ländern nehmen an den Touren, hier in Melbourne, teil. (Bild: Balthazaar)

Gemeinsam läuft man von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit oder zu besonderen Orten, immer wieder sind Stopps eingeplant und der Tourguide erzählt etwas – zur Geschichte, Kultur, zu Bauwerken oder Persönlichkeiten. So werden viele Interessen abgedeckt. Außerdem gibt es immer wieder Tipps, wo man günstig und gut essen oder was man am Abend unternehmen kann. Nachfragen sind ausdrücklich erwünscht!

Etwa zwei bis drei Stunden dauern die Touren für gewöhnlich, anstrengend ist das Laufen aber nicht. Schließlich macht man immer wieder Pause. Am Ende reicht der Tourguide dann einen Beutel oder seinen Hut herum und man bezahlt für die Tour, was sie einem Wert war. Etwa zehn Euro sind „normal“ – vorausgesetzt, die Tour hat einem gefallen.

Aber man muss eben nichts bezahlen. Bei meiner ersten Tour in Reykjavik war einfach kein Geld mehr in der Reisekasse, ein anderes Mal hat mir die Führung überhaupt nicht gefallen und ich bin dann auch nicht bis zum Ende dabei geblieben.

Für wen eignen sich die Free Walking Touren?

Geeignet sind die Touren für alle, die Lust haben, neue Städte kennenzulernen. Außerdem sollte man Englisch zumindest einigermaßen verstehen, sonst wird es schnell langweilig. Wer sich für das Angebot interessiert, findet im Internet oft viele verschiedene Touranbieter – für manche Städte sogar unterschiedliche Touren.

Ich kann euch nur empfehlen, nutzt das Angebot und genießt einen entspannten Kurzurlaub – zu verlieren hat man schließlich nichts!

Gloria Balthazaar

Eigentlich bin ich eine Südpflanze und bin in Baden aufgewachsen (manche sagen, das hört man auch), aber für meine Zeitungskarriere bin ich in den hohen Norden gezogen. Davor habe ich Sportjournalismus und Sportmanagement studiert. Seit 2016 wohne ich in der schönen Hansestadt Bremen und bin - vielleicht auch deswegen - ein bisschen Fan vom SV Werder Bremen. Meine große Leidenschaft ist das Reisen - egal ob Camping-Urlaub oder Städtetrip, hauptsache die weite Welt sehen.

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