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Wesermarsch

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Eine Frau liegt auf den Metallplatten, die den Autoscooter umgeben. Ein Rettungssanitäter kniet neben ihr, zwei Mitglieder der Feuerwehr Rodenkirchen schirmen die Szenerie ab. Aus den Boxen des Fahrgeschäfts dröhnen die Spice Girls in ohrenbetäubender Lautstärke, Besucher drehen ihre Runden im Autoscooter, schreien begeistert auf, wenn die Scooter aufeinander prallen. Das Blaulicht des Rettungswagens blitzt im Dunst der Nebelmaschinen auf, vermischt sich mit dem Lichtgewitter des Rodenkircher Marktes. Am Straßenrand versorgt die Polizei gerade eine weitere hilflose Person, in der Ferne hört man das Martinshorn eines Krankenwagens näherkommen. Willkommen in der Nachtschicht auf dem Rodenkircher Markt.

„Radtouren entlang von Flüssen – das machen doch vor allem Ehepaare ab Mitte fünfzig. In ihrem Sommerurlaub.“ Das hat ein Freund von mir mal gesagt, mit leicht spöttischem Unterton. Ich habe nicht widersprochen, habe sogar mitgelacht. Ich habe aber auch nicht gesagt, dass ich selbst großer Fan von Radfernwegen, die an Flüssen entlangführen, bin. Was es da nicht alles gibt: Donauradweg (2850 Kilometer durch acht Länder), Rheinradweg (1233 Kilometer durch vier Länder), Elberadweg (1260 Kilometer durch zwei Länder), um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und dann gibt es noch den Hunteradweg (137 Kilometer durch vier, äh, Landkreise).