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Bei Sport bin ich hart im Nehmen, „zäh“, hätte meine Oma gesagt. Heute fühle ich mich alles andere als zäh. Mein ganzer Körper schmerzt. Beide Knie sind blau und überhaupt habe ich blaue Flecken an Stellen, bei denen mir unerklärlich ist, wie sie dort überhaupt entstehen konnten. An meiner rechten Wade zum Beispiel. Oder an den Innenseiten meiner Oberschenkel. Und an den Oberarmen. Bei manchen Stellen kann ich wiederum nicht sagen, ob es Muskelkater ist oder eine Prellung. Jede Bewegung ist mühsam. Meine Zahnbürste fühlt sich an wie ein 100-Kilo-Gewicht, wenn ich beim Autofahren den Gang wechsle, tut’s weh. Aber Jammern hilft nichts, immerhin habe ich mir das selbst eingebrockt.

Tim Krüger schlägt einen abrupten Haken nach rechts und muss sich ducken, um in der kaum sichtbaren Öffnung im Gebüsch zu verschwinden. 20 Beine versuchen, den irritierten Befehlen ihrer Besitzer zu gehorchen und wie ihr Vorläufer die gepflegte Finnenbahn am Rande des genauso gut laufbaren Rasens zu verlassen. Äste rauschen dicht an den Köpfen der Läufer vorbei.  Linkskurve, Rechtskurve, über Wurzeln hinüber und unter Zweigen und Blättern hindurch – bis die Gruppe das erste Hindernis erreicht und unter einem in Schienbeinhöhe montierten Netz hindurchkrabbeln muss. Herzlich willkommen auf dem Hindernisparcours des ATS Buntentor!

Wer Marika Nagy zum ersten Mal trifft, lernt eine junge, fröhliche und aufgeschlossene Frau kennen. „Ja, die Leute gucken“, sagt die 21-jährige Bremerin. „Mittlerweile kann ich damit aber gut umgehen.“ Dass das schon mal anders war, kann man ahnen, denn Marika sieht anders aus als die Norm. „Ich hab halt viel Farbe“, sagt sie und muss lachen. Die junge Frau leidet unter der Pigmentstörung Kongenitaler Nävus, wobei „leiden“ eigentlich das falsche Wort ist. Gelitten hat sie früher, in der Schulzeit. Jetzt trägt sie die zahlreichen Muttermale wenn schon nicht mit Stolz, dann aber mit einer großen Selbstverständlichkeit. „Es ist doch nur Farbe“, sagt sie immer wieder, es wirkt wie ein in Worte gefasstes Schulterzucken.

Wie ist es, die kleine  Hansestadt Bremen (rund 550.000 Einwohner) gegen die Millionenstadt Tokyo (rund 9,5 Millionen Einwohner) zu tauschen? In einem Land zu wohnen, in dem man die Sprache kaum versteht und in einer Stadt eine Heimat zu finden, die nie zur Ruhe kommt? Da gehört schon eine Menge Mut dazu. Kim Nause-Render (26) und Maximilian (28) Nause haben genau das getan, sie sind nach Tokyo ausgewandert und erzählen, wie es ist, plötzlich in Tokyo zu wohnen und was ihnen besonders an der japanischen Mentalität gefällt.

Fußball ist nicht gleich Fußball: Auf der einen Seite gibt es das Profi-Geschäft, auf der anderen Seite die Basis der Amateur-Vereine. Und dazwischen liegt eine Kluft, die immer größer wird. Das zumindest sagt Autor und Journalist Christoph Ruf, der im Januar im Ostkurvensaal des Bremer Weserstadions Thesen aus seinem Buch „Fieberwahn – wie der Fußball seine Basis verkauft“ vorstellte. In der anschließenden Diskussion stimmten ihm Kristian Arambasic, Trainer des Fünftligisten FC Oberneuland, und Hubertus Hess-Grunewald, Präsident des Gesamtvereins Werder Bremen, zu.