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Sach an! – Andy ist auf einem Tennisturnier 2017

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Andy ist mal wieder weg – und die Party steigt. Für grandiose Stimmung in Tossens sorgen nicht nur Faakmarvin und die Leoniden. Mode und Zeitvertreib – was sind die beliebtesten Trends auf dem immer größer werdenden Festival?


Der Andy geht auf ein Tennisturnier und 900 Festivalgänger reißen ihm die Bude ein. Zum fünften Mal startete am Wochenende das immer größer werdende Festival „Andy ist auf einem Tennisturnier“ in Tossens. Die NWZ beantwortet die fünf wichtigsten Fragen zum Wochenende.

Was trägt man heute auf Festivals?

Erlaubt ist, was Spaß macht. Einhörner am Stock, Glitzer auf den Wangen oder das aufgeschminkte Superman-Symbol auf der Brust: Kreativität zeigten die Besucher des „Andys“ auf jeden Fall. Auch ganz groß im Trend: Gürteltaschen, quer über die Brust getragen. Was man hingegen nicht trägt, sind Glasflaschen. Da es der eingesetzte Sanitätsdienst im vergangenen Jahr vor allem mit Schnittwunden zu tun hatte, warf der Sicherheitsdienst beim diesjährigen Festival ein Auge auf die Trinkbehältnisse. Wie gut, dass es Plastikflaschen gibt und wie gut, dass viele der 900 Gäste von vornherein auf die stoßfesten Behältnisse setzten.

Was hört man auf dem Andys in Tossens?

Die Organisatoren haben auch am Wochenende wieder einige Sahnestücke zur Auswahl gestellt. Angefangen von aufstrebenden Bands aus der Region wie „Wilson&Jeffrey“, die das Festival am Freitag grandios-energiegeladen eröffneten, bis hin zum Trio „Havington“.

Natürlich konnten sich auch die Headliner erneut sehen lassen: „Faakmarvin“ sorgten Freitag noch vor dem Rapper „3Plusss“ dafür, dass der regennasse Boden wieder ordentlich von tanzenden Menschen festgetreten wird. Bei den „Leoniden“ am Samstagabend ging die Post dann richtig ab. Insgesamt zwölf Bands und ein DJ-Team versorgten die Besucher mit Musik zwischen Indie und Melodic Hardcore. Dass die Bühne stehen blieb, so oft wie abgerissen und durchs Dach getreten wurde, ist ein Wunder.

Wie vertreibt man sich die Zeit?

In den Umbaupausen zwischen den Bands spielt ein echter Andy-Besucher Flunkyball oder Volleyball. Wer noch nicht ganz wach ist, bringt sich indes erst mal auf dem Campingplatz auf Touren. Bei akutem Flüssigkeitsmangel ist Bier weiterhin ungeschlagener Energielieferant.

Beliebt waren in diesem Jahr auch verschiedene Wurfdisziplinen wie Heu-Zielwerfen oder Konfetti-Verteil-Werfen. Wer einfach nur auf der Wiese liegen wollte – am Samstag blieb es ja trocken –, der konnte sich immerhin an der Pausenmusik erfreuen, die ein außergewöhnliches Kontrastprogramm zur Musik von der Bühne lieferte.

Gibt es genug Strom am Wattenmeer?

„Andy ist auf einem Tennisturnier“ wartet mitten im Butjenter Hinterland mit einer wahrlich imposanten Bühne auf. Während am Freitag die Buden zeitweilig ohne Strom waren, wahrscheinlich weil es Dank des zwischenzeitlichen Regens dort nass wurde, wo es nicht nass werden sollte, zeigten sich Licht und Tontechnik vom Wetter unbeeindruckt.

Bis zu den Leoniden. Die fünfköpfige Band aus Kiel ist spätestens seit der Veröffentlichung ihres gleichnamigen Debütalbums Anfang des Jahres der „heißeste Scheiß“ (so der Veranstalter), den die deutsche Indie-Rock-Szene zu bieten hat.

Und das verdient, wenn man sich den Auftritt auf dem Andys anschaut. Energie von der Lichtshow bis zum letzten Riff auf der Gitarre: Da machten dann die Sicherungen nicht mehr mit.

Aber davon lassen sich die Technik-Profis vom Festival nicht ins Bockshorn jagen: Der Sicherung wurde angeraten, jetzt doch bitte drinzubleiben, damit die Tanzmeute weiter abgehen kann – ob zur Überzeugung stilecht Tennisschläger eingesetzt wurden, ist leider nicht überliefert.

Nächstes Jahr wieder zum Tennisturnier?

Gibt es einen Grund, nach dem fünften Festival den Kopf in den Sand zu stecken? „Absolut nicht!“, stellt Philipp Grzybowski vom Organisationsteam im Gespräch mit der NWZ am Samstag fest. Man sei mit dem Verlauf des Festivals zufrieden und auch die Marke „ausverkauft“ wurde fast erreicht.

Demnach steht der Fortsetzung der Erfolgsgeschichte eigentlich nichts im Wege. Neue Sicherungen kann man ja kaufen.

Claus Arne Hock

Jahrgang 1982; Journalist mit Migränehintergrund; Die Kanzlerin hat mir nie ihr Vertrauen ausgesprochen; Volontär in der Presseagentur GanterMedia (Ganderkesee); Musikbegeisterter Film- und Comicfan.

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