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Klarschaurig: Schminktipps zu Halloween von der Expertin

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Kunstblut, weißes Make-up und schwarzer Lidschatten: Mit den richtigen Hilfsmitteln kreiert man Zuhause das eigene Halloween Make-up. Wirklich schaurig sieht das jedoch meist nicht aus. Emily vom Youtubekanal „Sach an!“ möchte Halloween in diesem Jahr so richtig zelibrieren und holte sich daher Schminktipps von der stellvertretenden Chefmaskenbildnerin des Oldenburgischen Staatstheaters, Silvia Schlottag.

Gruselig und blutig soll es werden – mehr hat Emily nicht geplant. In der Maske angekommen, hängt schon eine Perücke mit roten langen Haaren bereit und auf dem Tisch zwischen Spiegel und Stuhl sind schon die Arbeitsutensilien der Maskenbildnerin ausgebreitet. Nachdem Emily sich ihr „normales“ Make-up abgeschminkt hat, geht es direkt los.

Das Halloween Make-up vom Profi

Um die Haare unter der Perücke zu verbergen, werden die Strähnen zu kleinen Schnecken gedreht. (Bild: Sachs)

Neben einem speziellen Schaum zum Hautschutz, trägt die Maskenbildnerin zunächst eine Grundierung auf Emilys Gesicht auf. Puder sorgt zusätzlich für einen besseren Halt der Schminke. Um die Haare unter der Perücke zu verstecken und während des Schminkens aus dem Gesicht zu halten, dreht Schlottag die Strähnen zu kleinen Schnecken zusammen und fixiert sie mit Haarklammern.

Schminken und Frisieren: Silvia Schlottag ist seit 22 Jahren als Maskenbildnerin tätig. (Bild: Sachs)

In der Maskenbildnerei des Staatstheaters arbeiten insgesamt 14 Mitarbeiter und zwei Auszubildene. Sie sind hauptsächlich für das Schminken und die Frisuren der Schauspieler zuständig. In der Werkstatt der Maske fertigen die Maskenbildner zudem Perücken an – das kann schon 60 bis 80 Stunden pro Perücke dauern, erklärt Schlottag.

 

Nachhilfe am Staatstheater Oldenburg

Silvia Schlottag schminkt Emilys Lippen für ihre Halloweenverkleidung. (Bild: Sachs)

Die 42-Jährige aus Bockhorn ist seit 22 Jahren am Oldenburgischen Staatstheater tätig. Ursprünglich wollte sie Schauwerbegestalterin werden, doch der Beruf war damals sehr beliebt und es war somit schwer, an eine Stelle zu kommen. Deswegen lernte sie zunächst das Friseurhandwerk als Notfallplan. Durch eine Bekannte begann sie hin und wieder bei der Niederdeutschen Bühne zu schminken. Schnell war ihr Interesse am Beruf der Maskenbildnerin geweckt – durch einen Kontakt zur Chefmaskenbildnerin des Staatstheaters absolvierte sie in Oldenburg zunächst ein Praktikum und später eine Ausbildung.

 

Das Halloween Make-up im Schnelldurchlauf

 

Entzündete Wunde

Vorsichtig bringt die Maskenbildnerin die Narbe an Emilys Gesicht an. (Bild: Sachs)

Für Emily modelliert die Expertin Unterhautfettgewebe, das später eine Wunde in ihrem Gesicht ganz realistisch aussehen lassen soll. Mit Kleber fixiert sie die Blessur, die so aussieht als sei sie genäht worden. Rote Schminke an den Rändern der Wunde soll eine Entzündung darstellen, erklärt Schlottag.

 

Am Theater kann es länger dauern

Kleber, Wattefasern und Kosmetiktücher: Verschiedene Hilfsmittel lassen Wunden realistisch aussehen. (Bild: Sachs)

Wenn das Make-up etwas komplizierter ist, sitzen die Schauspieler mal bis zu 45 Minuten in der Maske – so auch  bei der aktuellen Oper des Staatstheaters, „Siegfried“. „Das ist dann auch ein bisschen aufwendiger.“ Bei den meisten Aufführungen nimmt das Schminken jedoch weniger Zeit in Anspruch.  Während der verschiedenen Vorstellungen im Theater sind die Maskenbildner auf Standby. „Entspannt Zuschauen kann man da nicht.“ Sollte mal etwas verrutschen oder abwischen, sind die Make-up-Experten hinter den Kulissen zur Stelle. „Man muss schnell handeln“, sagt Schlottag. Die Schauspieler müssen nämlich direkt wieder auf die Bühne.

 

Ein bisschen Blut für das Halloween Make-up

Extra schaurig wird es mit Kunstblut. (Bild: Sachs)

„Jetzt kommt noch das Blut“, sagt Emily vom „Sach an!“-Channel mit einem Blick auf den Behälter in der Hand der Maskenbildnerin. In der Tat fehlt bei dem Grusel-Make-up nur noch Blut in der zugenähten Wunde und an den Mundwinkeln. „Das kann man auch probieren, schmeckt nach Himbeere“, sagt Schlottag. Das Kunstblut bezieht das Theater aus einem Fachhandel – auch Nasenschleim, Eiter und Erbrochenes können hier für die Arbeit auf der Bühne gekauft werden.

 

YouTube für den Hausgebrauch

Die rote Perücke macht Emilys Verkleidung perfekt. (Bild: Sachs)

Die Perücke, die im Theater angefertigt wurde, sitzt ebenfalls schon auf Emilys Kopf. Die Übergänge an der Stirn deckt die Maskenbildnerin mit Schminke ab. Anschließend zieht sich die NWZ-Mitarbeiterin noch das Kleid über den Kopf und fertig ist die Gruselverkleidung für Halloween.

Doch welche Tipps hat die Expertin für Zuhause zum Nachschminken? „Pinterest und Youtube“, sagt Schlottag. „Für den Hausgebrauch haben die total coole Tricks.“ So zeigen manche Youtuber zum Beispiel, wie man  rote Beete in Kunstblut verwandeln kann, oder wie Wattefasern, Kosmetiktücher und Haferflocken zum Schminken für Narben und Wunden  verwendet werden. „Für Warzen kann man Rosinen ganz gut nehmen“, erklärt die Maskenbildnerin, die sich auch hin und wieder von Youtube und Co. inspirieren lässt.

Das Ergebnis: Emily im Halloween Make-up

An Halloween wird es extra schaurig: Emily hat sich in ein „Gruselwesen“ verwandelt. (Bilder: Sachs)

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Anna-Lena Sachs

27-jährige Oldenburgerin, Seriennerd und geborener Lax mit einem Bachelor in American Studies und einem Master in Journalismus.

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