Nordisch gesehen

Entschuldigt mich, ich muss tanzen gehen – Die Playlist der Woche (KW 32)

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Musik ist wichtig für die Autorinnen und Autoren von klarnordisch.de. Dabei hat natürlich jeder so seine ganz eigenen Vorlieben, von 60’s bis Charts. Da jedem von uns ständig irgendein Lied im Kopf rumschwirrt, machen wir aus den Ohrwürmern einfach Artikel – und präsentieren euch unsere Playlists der Woche!

In dieser Woche ist Manuela ihre Lieblingskünstler- und lieder durchgegangen und hat eine bunte Mischung aus jeglicher Rockrichtung mit einer Prise Hip Hop zusammengestellt. Manchmal sehr gitarrenlastig und zum größten Teil tanzbar, besonders, um einfach mal wild durchs Schlafzimmer zu springen. Die Spotify-Playlist findet ihr am Ende des Artikels.

 

Korpiklaani – Ievan Polkka

Korpiklaani (Flickr, Foto: Korpiklaani @ magazzini generali; CC BY 2.0)

Steigen wir erst mal mit einer etwas exotischeren Fremdsprache ein. Gehört haben dieses finnische Lied (Das Video ist mit Untertiteln, falls jemand mitsingen möchte) bestimmt viele schon einmal, mir kam es jedenfalls sehr bekannt vor, als ich es mal auf einem Konzert gehört hab. Der Text für das Lied wurde in den 1930ern geschrieben, die Melodie stammt sogar irgendwann aus dem 17. Jahrhundert. Und wenn sich eine Folk-Metal-Band dieses Liedes annimmt wird eine richtig tanzbare Nummer draus.

Auch hören: A Man With A Plan; Vodka

Fall Out Boy – Uma Thurman

Fall Out Boy (Foto: Joel Telling; CC BY-SA 2.0)

„She wants to dance like Uma Thurman“ – wer will das nicht? Entstanden ist die Idee, ein Lied über und für die Schauspielerin zu machen, weil die Band mit dem Titellied der Munsters rumgespielt haben und die Leute sich an Quentin Tarantino erinnert fühlten. Also beschlossen sie, ihr ein Lied zu widmen, mit ihrer Erlaubnis. Herausgekommen ist ein Stück, bei dem man selber sofort lostanzen möchte.

Wer bei Uma Thurman und tanzen und spätestens bei Tarantino immer noch keine passende Szene im Kopf hat, schämt sich jetzt bitte kurz und geht dann erst einmal in Ruhe „Pulp Fiction“ gucken.

Auch hören: This Ain’t A Scene, It’s An Arms Race; Get Busy Living or Get Busy Dying (Do Your Part To Save The Scene And Stop Going To Shows)

Käptn Peng – Sie mögen sich

Käpt’n Peng und die Tentakel von Delphi (Foto: Franz Deelmann; CC BY-SA 3.0)

Aka: Das Pelikan-Lied. Ein kurzer Schwenk zum Hiphop und einem der ersten Lieder, die ich je von Käptn Peng gehört habe. Und definitiv ein Lied, bei dem es sich lohnt, das Video anzuschauen. Vorsicht: Hier wird es jetzt ein wenig absurd.

Wie der Titel vermuten lässt, handelt es sich um ein Liebeslied. Zwei Menschen sehen sich, verlieben sich, sie verwandeln sich in Füchse. Doch irgendwann fängt er an, alles zu hinterfragen und stellt fest: Moment – wir sind doch gar keine Füchse? Er beschließt, sich in einen Albatros zu verwandeln. Sie ist verzweifelt und will zum Pelikan werden. Wer wissen will, wie die Geschichte ausgeht, sollte definitiv einmal reinhören und vor allem das Video anschauen.

Gibt man bei Youtube übrigens „Käptn Peng Pelikan“ ein, findet man das Lied auch.

Auch hören: Werbistich; Parantatatam

Muse – Aftermath

Muse (Foto: Warner Music Sweden; CC BY 3.0)

Jetzt wird es kurz etwas ruhiger. Die Ballade ist auf dem Konzeptalbum „Drones“ zu befinden. Mit „Aftermath“ beweist Matt Bellamy mal wieder sein ganzes musikalisches Können. Langsam bauen sich Melodie und Gesang auf, bevor am Schluss alles aus ihm herausbricht. Müsste ich dieses Lied mit einem Wort beschreiben – episch wäre keine Übertreibung.

Auch hören: Psycho; Guiding Light – Live at Rome Olympic Stadium

Wir sind Helden – Nur ein Wort

Wir sind Helden (Foto: Yoshi; CC BY-SA 3.0)

Mein absolutes Lieblingslied der Helden. Das One-Cut-Video ist herrlich minimalistisch, der Text zeigt nichts besonderes: Eine Seite möchte flirten, die andere kriegt es nicht mit oder hat kein Interesse oder was auch immer – Reaktion gibt es auf jeden Fall nicht. Aber das ist auch alles egal. Das Lied ist einfach toll anzuhören und großartig mitzusingen und natürlich wieder auch großartig zum hüpfen durch die Bude geeignet.

Auch hören: Von hier an blind; Guten Tag

My Chemical Romance – Teenagers

My Chemical Romance (Flickr-Foto: Michael Spencer; CC BY 2.0)

Ich gebe zu: Ein Teenager bin ich schon lange nicht mehr. Aber ich war einer, ungefähr zu der Zeit, zu der auch My Chemical Romance einen Rant aus Sicht eines Teenagers, der aus der Reihe fällt, an alle Erwachsenen und angepassten Menschen. Und auch, wenn ich mittlerweile eher als „erwachsen“ gelte – zumindest vom Alter her – mag ich das Lied noch immer. Und wer sich nicht immer noch manchmal wie ein Teenie fühlt, der werfe das erste Beck’s Green Lemon! Aber vorsichtig bitte, damit ich das noch trinken kann.

Auch hören: Na Na Na (Na Na Na Na Na Na Na Na Na); Helena (So Long & Goodnight)

Panic! at the Disco – I Write Sins not Tragedies

My Chemical Romance (Flickr-Foto: Kristie Cu; CC BY 2.0)

Nicht die erste Single, aber die erste Single mit Video von Panic! at the Disco. Mittlerweile gibt es sechs Alben, mittlerweile ist von den ursprünglichen Bandmitgliedern nur noch Brendan Urie übrig. Aber ich höre gern immer wieder dieses Lied – als ich es das erste Mal gehört hab war es einfach mal etwas anderes: schön, verspielt, aber trotzdem nicht seicht. Und die Videos sind immer wieder zauberhaft bunt.

Auch hören: The Ballad of Mona Lisa; Nine in the Afternoon

Knorkator – Ich bin der Boss

„Stumpen“, Sänger von Knorkator (Foto: Carsten Stiller; CC BY 2.0)

In diesem Lied passieren so manche merkwürdige Dinge. Ein König mit einer Nase aus Porzellan, der mit Frau und Hund in einer Hütte in Japan lebt. Dass alles etwas seltsam ist, wird metatechnisch auch noch aufgedröselt und der Sänger zeigt bei der Gelegenheit auch gleich, dass er mit seiner Stimme sehr viele Oktaven abdecken kann.

Das merkmürdigste an dem ganzen Lied (und die Stelle, an der es mir erst richtig aufgefallen ist) ist meiner Meinung nach übrigens das Mittagessen, das aus Reis mit Kartoffelpüree besteht. Da ist doch wirklich was faul!

Auch hören: Alter Mann; Du nich (Bestes Video: Till Lindemann hat einen Gastauftritt als Mann der am Tisch sitzt und NICHTS tut.)

The Clash – Should I Stay or Should I Go

The Clash (Foto: Helge Øverås; CC BY 2.5)

Eine Frage, die sich jeder wohl in allen möglichen Situationen schon mal gestellt hat. Inhaltlich dürfte also alles klar sein. Witzig, interessant oder auch etwas traurig ist, dass das Lied die einzige Nummer-1-Single der Band in den UK-Charts war, aber erst zehn Jahre nach erscheinen und damit auch fünf Jahre nach Trennung der Band und acht Jahre, nachdem der Sänger die Band verlassen hatte. Damit hatte das Lied den Vorgänger „Bart Simpson – Do the Bartman“ vom Platz geschubst (Das ist kein Scherz, fragt Wikipedia!).

Auch hören: London Calling; I Fought The Law

Katzenjammer – A Bar in Amsterdam

Katzenjammer (Foto: Henrik Penkrik; CC BY-SA 3.0)

Katzenjammer verbindet sehr viele Musikstile, häufig auch in einem Lied – aber nichts davon klingt nach oder führt zu Katzenjammer, versprochen. Auch, wenn der Sound von A Bar in Amsterdam als „Mariachi-Polka mit hysterischem Trompetenthema“ beschrieben wurde. Ungefähr so gehen die Norwegerinnen auch auf der Bühne ab, mit ihren sehr vielen verschiedenen Instrumenten, die bestimmt nur auf sehr wenigen Konzerten so vielfältig auftauchen. Lied aufdrehen und abgehen.

Auch hören: Hey Ho (On The Devils Back); Mother Superior

The Doors – Alabama Song (Whiskey Bar)

The Doors (Foto: Elektra-Records-Joel-Brodsk; Gemeinfrei)

Hier haben die Doors ein Lied gecovert, dessen Text von Bertolt Brecht geschrieben wurde (ja, tatsächlich, der Bertolt Brecht). Auch in Deutschland wurde der Text des sehr zynischen Liedes auf englisch veröffentlicht. Jim Morrison singt davon, dass er „the next little girl“ sucht – hier hat er das Original etwas umgemodelt, von den Mädchen, die „the next pretty boy“ suchen, weil sie jemanden brauchen, der ihnen in ihrer auswegslosen Situation hilft, zu überleben. Und nein, um romantische Liebe geht es hier nicht. Der Text ist ja auch von Brecht.

Auch hören: People Are Strange; Light My Fire

Florence + The Machine – Dog Days Are Over

Florence + The Machine (Foto: Anaïs Chaine; CC BY-SA 3.0)

Inspiriert wurde der Titel vom Titel eines Kunstwerkes, an dem sie jeden Tag mit dem Fahrrad vorbeigefahren ist – so einfach kann es gehen. Ein kleines Kunstwerk ist „Dog Days Are Over“ auch. Laut aufgedreht gerät man beim Hören in die gleiche eigene Traumwelt, in der sich auch Sängerin Florence Welch auf der Bühne immer aufhält und aus der sie nur kurz ausbricht, um ihr Publikum (unnötigerweise, da bereits angesteckt) zum Mitmachen auffordert oder sich kurz für eben jenes Mitmachen zu bedanken. Also laut aufdrehen und sich einfach mal in seine eigene große Welt abdriften.

Auch hören: Kiss With A Fist; Shake It Up

The Rolling Stones – Sympathy for the Devil

The Rolling Stones (Foto: Ingen Uppgift; Public Domain)

Sympathy for the Devil ist eines meiner liebsten Stones-Lieder. Der Beat ist eingängig, der Text schwarzhumorig und Mick Jagger wohl der beste Interpret dafür. Mit nur ein wenig Allgemeinwissen (und den nötigen Englischkenntnissen) erkennt man die Geschichte der Menschheit darin ganz gut wieder und hat bestenfalls noch die Erkenntnis, dass diese sich auch ohne des Teufels Hilfe ganz gut in die Scheiße reiten kann.

Auch hören: Paint It Black; Get Off of My Cloud

Madsen – Ich trink nur eben aus

Zwei Mitglieder von Madsen (Foto: Frank Schwichtenberg; CC BY-SA 3.0)

Wer kennt es nicht: Man will schon lange das nächste große Projekt starten, endlich seinen eigenen Weg finden, jetzt wirklich die Welt retten – aber vorher muss noch dieses und jenes eben erledigt werden. Das ungefähr ist die Quintessenz des Liedes, in dem sich Kneipenbesitzerin Erika wohl jeden Abend das gleiche von ihrem Stammgast anhören muss: „Es ist wahr, ich werd ein Star, ich hör schon den Applaus – ich trink nur eben aus“. Gut, dass Madsen schon Stars sind. Prost.

Auch hören: Nachtbaden; Lass die Musik an

Mando Diao – Long Before Rock ’n‘ Roll

Mando Diao (Foto: Andrea Schweinberger; CC BY-SA 3.0)

„Long Before Rock ’n‘ Roll“ ist weder lange vor Rock ’n‘ Roll entstanden, noch ist die Zeit, aus der der andere – möglicherweise weibliche – Part des Gesprächs gerne Musik hören möchte aus der Zeit „Long Before Rock ’n‘ Roll“ entstanden. Aber das ist egal – wie viele Lieder von Mando Diao macht auch dieses einfach Laune und sorgt dafür, dass man von ganz alleine anfängt zu tanzen oder wenigstens ziemlich wild mit den Beinen zu wippen.

Auch hören: You Can’t Steal My Love; Song For Aberdeen

Seeed – What You Deserve Is What You Get

Peter Fox von Seeed (Foto: Pistenwolf; CC BY-SA 3.0)

Mit der Aussage dieses Klassikers stimme ich zwar nur bedingt überein ein – wenn man allerdings in Seeed-Manier alles shaken möchte, was nicht fest sitzt, ist das ja aber egal. Denn dafür eignet sich dieses Lied auf jeden Fall sehr gut.

Auch hören: Music Monks; Ding 

Manuela Wolbers

Geboren und aufgewachsen im Emsland. Zum Studium zog's mich hinaus in die weite Welt: Zuerst nach Göttingen, zum Kulturanthropologie- und Politikstudium und dann weiter nach Marburg zum Geschichtsstudium. Unterwegs kamen zur quasi angeborenen Liebe zum Lesen (besonders Harry Potter), Schreiben und Inlinern noch die Liebe zum Hula Hoop, Häkeln, Stricken, Nähen und für Doctor Who dazu. Ein paar Jahre in immer bergigerem Land haben mich das Flachland vermissen lassen. Seit Oktober 2017 kann ich endlich meiner Leidenschaft frönen und das im schönen Nordwesten.

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