Nordisch leben

Diese Schwestern fangen die ganz dicken Fische

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Michelle und Nadine Klinkebiel aus Osterscheps im Ammerland sind Mitglieder im Fischereiverein. Den Jungs können sie gut Paroli bieten, sodass die das ein oder andere Mal doof aus der Wäsche gucken. Doch was macht ihr Hobby für die beiden so besonders?

„Nur unter Jungs zu sein, ist echt cool. Und wenn wir auch noch mehr fangen als sie, sind sie beleidigt, und das macht dann noch mehr Spaß“, sagt die 17-jährige Michelle Klinkebiel und schmunzelt.

Michelle und ihre Schwester Nadine sind Anglerinnen, und das schon, seit sie denken können. Denn auch Vater und Mutter sind Angler. „Wir haben über 30 Angeln, die meisten gehören Papa, aber wir benutzen sie auch“, sagt die 15-jährige Nadine. Selbstverständlich dürfen eigene Angeln nicht fehlen – und so sind die Schwestern oftmals mit pinken Exemplaren zu sehen. Im Fischereiverein Scheps haben beide den Jugendschein gemacht und sich dadurch auf die große Fischereiprüfung vorbereitet. Dabei haben sie nicht nur gelernt mit einer Angelrute umzugehen und Köder zu befestigen, sondern auch ein ganz neues Verständnis für ihre Umwelt bekommen. Den Angelschein haben sie mittlerweile in der Tasche.

Abschalten und die Natur genießen

„Vor allem im Sommer gehen wir oft zusammen angeln, machen Picknicks oder grillen“, sagt Michelle. Sie möge es, in der Natur zu sein, die Ruhe zu genießen und das Smartphone einmal auszuschalten. Dabei sei sie um einiges geduldiger als ihre jüngere Schwester. „Man muss ganz ruhig bleiben, ich bin oft zu hibbelig. Dann hab’ ich nur Bäume am Haken und fange nichts“, lacht Nadine.

Schwester Michelle hingegen zieht gerne alleine los und wirft die Rute ins Wasser. Dabei bewahrt sie Ruhe und hat dadurch schon einige dicke Fische gefangen. „Der größte war über 40 Zentimeter groß“, sagt sie. Man müsse jedoch aufpassen, da kleinere Fische wieder zurück ins Wasser geworfen werden müssten, um die Bestände nicht zu gefährden.

Würmer am Haken befestigen oder Fische töten – wenn die Schwestern zusammen losziehen, dann übernimmt das die große Schwester Michelle. „Ich mache das nicht so gerne und bin froh, Michelle dabei zu haben“, erzählt die 15-jährige Nadine. Bei den umfangreichen Vorbereitungen für die Fischereiprüfung haben sie all’ das gelernt. Fisch-, Geräte-, Gesetzes- und Gewässerkunde sowie Naturschutz – darin sind sie geschult.

Bei Jungs kommt das Hobby gut an

Merkwürdig finden ihre Freunde dieses Hobby nicht. Im Gegenteil, oft kommen ihre Freundinnen sogar mit zum Angeln. Auch bei Klassenkameraden gilt die Freizeitbeschäftigung der Schwestern als cool. „Die Mädchen rümpfen manchmal die Nase, aber finden es insgeheim doch gar nicht so schlecht. Die Jungs sind total begeistert“, lacht Michelle Klinkebiel. Im August hat sie eine Ausbildung zur Köchin an der Karl-Jaspers-Klinik begonnen und kann auch in der Küche mit ihren Kenntnissen über die heimischen Fische punkten.

Wenn das Wetter im Frühjahr besser wird, packen Michelle und Nadine Klinkebiel ihre pinkfarbenen Ruten ein und ziehen wieder gemeinsam los. Na dann, Petri Heil!

 Lust auf mehr Infos über junge Angler? Emily vom  NWZ-Format „Sach an“ hat sich mit Anglerin Lieske von hechtundbarsch.de getroffen und mehr über die Sportart erfahren.
Chelsy Haß

Chelsy, nicht Chelsea oder Chelsey. 24 Jahre alte Volontärin der Nordwest-Zeitung mit ostfriesischem und (süd)amerikanischem Migrationshintergrund. Studiert habe ich im schönen Münster, und zwar Germanistik und Italienisch. Ansonsten bin ich ein Opfer meiner Generation - Stichwort Popculture und Smartphonesucht. Ich versuche aber der schleichenden Verdummung zu entkommen.

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