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C’mon baby let’s rock and swing – Playlist KW 29

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Einmal die Woche grüßt das musikalische Murmeltier! Aber da wir AutorInnen von Klarnordisch so wunderbar verschieden sind, haben auch unsere individuellen Playlists immer einen besonderen Schlag. Heute im Kramerladen der Musikgeschichte: Die 50’s und 60’s geben den Ton an. Ich, Tonia (27), bin ein ziemlicher Fan dieser Musik und mag schwingende Petticoats, gepunktete Kleider und roten Lippenstift. Also Ohren auf, Elvis und Co. stehen schon bereit!

Die jeweils aktuelle Playlist findet ihr in der Seitenleiste, die Playlist zum Artikel ganz am Ende.

Little Sister – Elvis Presley

Elvis Presley (Foto: Metro-Goldwyn-Mayer, Inc)
Elvis Presley (Foto: Metro-Goldwyn-Mayer, Inc)

Die große Schwester ist böse und teuflisch. Und jedes mal wenn ihr der gute Elvis über den Weg läuft, hat sie einen Neuen. Warum es nicht mal bei der kleinen Schwester probieren? Doch die hat’s auch faustdick hinter den Ohren!

Little sister, don’t you kiss me once or twice, then say it’s very nice and then you run.

Little Sister pack mich einfach, dann muss ich durch die Küche, Schlafzimmer oder wo auch immer  tanzen und lachen… der Song hat einfach den besten Gute-Laune-Rythmus, da kann man Elvis Presley seine schelmischen Annährungsversuche nicht wirklich übel nehmen. Der King of Rock’n Roll wurde 1935 im US-Bundesstaat Mississipi gebroren und begann seine Karriere 1954 als einer der ersten Musiker der Rockabilly-Bewegung.

Auch hören: Heartbreak Hotel; Jailhouse Rock

Love Potion No. 9 – The Clovers

The Clovers 1955
The Clovers 1955

The Clovers landeten in den 1950er Jahren eine Reihe von Hits, ihr größter war aber Love Potion No. 9. Mir persönlich gefällt diese lockerflockige Art, den The Clovers draufhaben. Die Melodie macht richtig Laune.  Der humorvolle Song handelt von einem jungen Mann, der mit den Frauen nicht recht Glück hat. Bei einer Wahrsagerin besorgt er sich einen Liebestrank – Love Potion No. 9. Dummerweise fliegt er jetzt auf alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist.

I didn’t know if it was day or night, I started kissing everything in sight. But when I kissed a cop down on Thirty-Fourth and Vine, he broke my little bottle of Love Potion Number Nine.

Auch hören: Your Tender Lips; Middle Of The Night

Born To Be Wild – Steppenwolf

Steppenwolf
Steppenwolf

Das Lied ist der Grund, warum ich mir seit der Teeniezeit ein Motorrad wünsche! Kein Moppet, ein richtiges Motorrad. Der Traum hat sich noch nie erfüllt, vermutlich deswegen, weil ich immer noch keinen Motorradführerschein habe und weil mir Mutti ihre Schreck-Geschichte aus der Führerscheinprüfung von damals erzählt hat. Den Fahrlehrer hat sie während der Prüfung verloren (oder auch „abgehängt“). Die schwere Maschine konnte sie wohl auch nicht immer aufrecht halten – ach dann sitz ich lieber hinten drauf oder cruise mit dem Tretroller. Und btw, natürlich habe ich den Kultfilm schlechthin gesehen: Easy Rider, zu dem Steppenwolf mit Born To Be Wild den Soundtrack lieferten.

Der Frontmann und Sänger von Steppenwolf, John Kay, wurde übrigens 1944 als Joachim Fritz Krauledat in Ostpreußen geboren.  Mit vier Jahren floh seine Mutter mit ihm aus der sowjetischen Besatzungszone nach Hannover, wo der junge Joachim über Soldatensender den Rock’n Roll kennenlernte. Später emigrierte die Familie nach Kanada.

Auch hören: Magic Carpet Ride; Rock Me

I Want To Tell You – The Beatles

The Beatles in Stockholm
The Beatles in Stockholm

Rock’n Roll! The Beatles gehören natürlich zum klassischen Programm – immerhin die erfolgreichste Band der Musikgeschichte. Ihre erfolgreichste Phase hatte die Band Ende der 1960er Jahre. Bei I Want To Tell You begeistert mich eher die Melodie, die Gitarre, das hypnotische Piano und das BÄM was immer mitschwingt, als der Text an sich. Erschienen ist der Song 1966 auf dem Album Revolver. Geschrieben hat ihn George Harrison, der einmal sagte: „Es geht um eine Lawine von Gedanken, die so schwierig niederzuschreiben oder zu sagen oder zu vermitteln sind.“

Die Beatles waren übrigens die ersten, deren Live-Auftritt weltweit im Fernsehen übertragen wurde.

Auch hören: Yesterday; Here Comes The Sun

In The Summertime – Mungo Jerry

Mungo Jerry (Foto: Stefan Brending; CC BY-SA 3.0 de)
Mungo Jerry (Foto: Stefan Brending; CC BY-SA 3.0 de)

Diesen Song hatte ich damals wirklich auf CD. Und hab ihn mit meiner Stereoanlage als Teenie rauf und runter gehört. Damals (eigentlich bis heute *räusper) dachte ich, dass Mungo Jerry ein Solokünstler ist. Gut, der Frontmann Ray Dorset übernahm später den Bandnamen auch als seinen Künstlernamen. The Summertime war 1970 DER Sommerhit. Zurecht, wie ich finde.  Außerdem ist der Song gefühlt nie zu Ende – bei über dreineinhalb Minuten. Und diese Frisur….. damals vermutlich total hot!

In the summertime when the weather is hot
You can stretch right up and touch the sky.

Auch hören: Lady Rose; Alright, Alright, Alright

Bad Moon Rising – Creedence Clearwater Revival

Ein Song, den ich irgendwie immer mit dem Film NVA mit Kim Frank verbinde. Im Refrain heißt es „there’s a bad moon on the rise“. Besonders bei Live-Konzerten verstand das Publikum es oft als „there’s a bathroom on the right“ („da ist ein Badezimmer auf der rechten Seite“). Bei Creedence Clearwater Revival fällt es mir schwer, genau einen Song, den ich favorisiere, herauszufiltern. Ich mag eigentlich alle.. is‘ halt einfach richtig rockig.

Auch hören: Lookin‘ Out My Back Door; Have You Ever Seen The Rain

I’ve Got A Woman – Ray Charles

Ray Charles 1971 in Hamburg (Foto: Heinrich Klaffs; CC BY-SA 2.0)
Ray Charles 1971 in Hamburg (Foto: Heinrich Klaffs; CC BY-SA 2.0)

Hier macht’s die Mischung aus groovigem R&B und Gospelgesang. Der Song baut auf „It Must Be Jesus“ von den Southern Tones mit Bob King. Ray Charles hörte den Song, als er gerade mit seiner Band im Auto auf Tour war. Statt um Jesus geht es nun um eine attraktive Frau.

Gecovert wurde der Song von so vielen anderen Künstlern, Elvis Presley, Jamie Cullum, Brian Adams und sogar sogar Martin Solveig. Im übrigen ist die ‚Neuauflage‘ des Songs von Kanye West gar nicht übel! Mit Gold Digger hat West einen würdevollen Nachfolger geschaffen. Bei Ray Charles kommen die Damen aber weitaus besser weg als bei Kanye.

Auch hören: Hit The Road Jack; Hallelujah I Love Her So

Stupid Cupid – Connie Francis

Connie Francis
Connie Francis

Wie jetzt, Schlager?  Aber jaaa! Ich liebe „Stupid Cupid“ – der Song hat so viel Witz und Schwung, da kann man wirklich nicht still sitzen. Connie Francis macht den lieben Armor für ihre desaströse Lage verantwortlich.  Verständlich: Mit der rosaroten Brille kann man sich ja nicht konzentrieren.

I’m acting like a lovesick fool, You’ve even got me carrying your books to school. Hey hey, set me free, Stupid Cupid stop picking on me.

In den 1960er Jahren startete Connie Francis mit „Stupid Cupid“ so richtig durch. Den deutschen Schlager hat sie damals nie gemocht. Geboren wurde Connie Francis 1938 als Concetta Rosa Maria Franconero in New Jersey. Angeblich hatte sie mal was mit Peter Kraus – das war quasi die Klatsch- und Tratschgeschichte damals. Bis heute ist die Sängerin, die schon immer auf unterschiedlichen Sprachen sang, auf der Bühne aktiv.

Auch hören: Schöner fremder Mann; Die Liebe ist ein seltsames Spiel

Take Good Care of my Baby – Bobby Vee

Bobby Vee (Foto: Harry Pot; CC BY-SA 3.0 nl)
Bobby Vee (Foto: Harry Pot; CC BY-SA 3.0 nl)

Der gute Bobby wurde verlassen – aber statt in Trauer zu versinken, haut er einen Hit raus und bittet seinen Nachfolger, sich doch gut um seine Ex zu kümmern. Hach! Und das soo charmant! *Schmelz. Eine Bitte hat er dann aber doch noch:

So, take good care of my baby, Be just as kind as you can be. And if you should discover, that you don’t really love her: Just send my baby back home to me.

Veröffentlicht wurde die Single „Take Good Care Of My Baby“ 1961 und Bobby Vee landete natürlich sofort einen erfolgreichen Platz in den Charts.  Sasha samt Band, alias Dick Brave &The Backbeats, haben den Song ehrenwert gecovert. Unbedingt anhören! Auch die Beatles nahmen ihre Version des Songs auf.

Auch hören: Walkin‘ With My Angel

Mrs Robinson – Simon and Garfunkel

Simon and Garfunkel
Simon and Garfunkel

Skandal! Ältere Frau verführt jüngeren Mann! Eine frühere Version  des Songs von Paul Simon war nämlich 1967 im Film „Die Reifeprüfung“ zu hören. In dem Film verliebt sich Dustin Hoffmann als Benjamin Braddock in eine ältere und verheiratete Frau – eben Mrs. Robison.  Huii! Ein Jahr später nahmen Simon and Garfunkel den Song auf. Der Film galt zur damaligen Zeit als revolutionär. Kein Wunder also, dass „Mrs. Robinson“ ebenso erfolgreich wurde. Singen Simon & Garfunkel doch:

And here’s to you, Mrs. Robinson, Jesus loves you more than you will know. Heaven holds a place for those who pray.

Also, alles in allem.. wen kümmert’s wer hier wen – wie alt auch immer – liebt!

Auch hören: Bridge over Troubled Water; Sound of Silence

Barbara-Ann – The Regents

Den Song kennt von der Melodie eigentlich jeder, auch die Menschen ohne Faible für 60’s und 50’s. Ba ba ba ba barbra Ann! So richtig bekannt wurde der Song 1966 erst, als ihn die Beach Boys aufnahmen. Das Original stammt von den Regents und wurde 1958 geschrieben. Fred Fassert schrieb den Song und titelte ihn nach dem Vornamen seiner jüngeren Schwester. Sein Bruder Chuck war in der Doo-Wop Vocal Gruppe namens The Regents. Barbara-Ann nahm die Gruppe in nur zehn Minuten und drei Takes auf – mehr Zeit hatten sie nicht, denn das Studio hatten die Jungs für eine Stunde zu 15 Dollar gemietet. Nach diversen Änderungen in der Gruppen-Konstellation schaftte es Barbara-Ann von The Regents dann 1961 doch zu recht großem Erfolg.

Auch hören: Runaround; Are You Looking For A Sweetheart

Roll over Beethoven – Chuck Berry

Chuck Berry (Foto: Pickwick Records)
Chuck Berry (Foto: Pickwick Records)

Wer weiß, ob sich Beethoven vielleicht im Grab umdreht – bei den fetzigen und rockigen Beats durchaus möglich! Klassischer Evergreen eben.

Die Entstehung des Songs macht das Stück noch witziger, denn das Lied richtet sich an Chuck Berrys Schwester Lucy: In seiner Jugend nahm sie  immer das einzige Klavier für klassische Musik (und vermutlich auch Beethoven) in Beschlag – da hatte Chuck das Nachsehen mit seiner Blues-Musik. Leider sorgte die Mutter nicht für ausgleichende Gerechtigkeit, daher will Chuck Berry mit einem Brief an einen DJ seinem Ärger Luft machen:

I’m gonna write a little letter, gonna mail it to my local DJ!

Auch hören: Johnny B. Good; You Never Can Tell

Waterloo Sunset – The Kinks

Im Gegensatz zu Rock’n Roll Beethoven wunderbar ruhig. Die Ballade passt mir an einem schönen Sommerabend auf dem Balkon ganz gut in den Kram. Von weitem den Stress vorbeiziehen lassen und nervige Menschen auf stumm schalten – das ist für mich Waterloo Sunset (Sonnenuntergang am Bahnhof Waterloo).

Auch hören: A Well respected Man; You really got me

Tonia Marie Hysky

Hey, ich bin Tonia, 27 und ursprünglich aus der Nähe von Frankfurt am Main; waschechte Hessin eben. Im dritten Volojahr bei der Nwz. Nach dem Abitur habe ich Japanologie und Südostasienwissenschaften im Bachelor studiert. Lieblingsland? Definitiv Japan! Lieblingsessen? Sushi, Matcha, Motchi und Kirschblütenkram! Expertin für Kultur und Tradition im Land der aufgehenden Sonne. Beende den Tag des öfteren im Fitnessstudio, manchmal sind BCAA's auch mein Schlaftrunk - Bodybuilding und/oder Kraftsport.

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