Nordisch leben

Biersafe: Lustiger Gag zum Selbermachen

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Stellt euch mal vor: Ihr habt Freunde eingeladen, schmeißt den Grill an, wollt ihnen ein kühles Bier servieren und nebenbei mal so richtig angeben. Dann hebt ihr lässig euren Biersafe aus dem Boden (!!) und voilà – zum Vorschein kommt ein Gestell mit Halterungen voller Flaschen. Klingt kompliziert? Ist aber tatsächlich kein Problem! Unsere Kollegin Chelsy Haß hat genau so einen Biersafe gebaut und erklärt euch, wie ihr das auch hinkriegt. Kühles Bier im Sommer, oder auch zu jeder anderen beliebigen Jahreszeit – was für ein schöner Gedanke. So ein Biersafe befindet sich im Boden – idealerweise im Garten. Durch die kühleren Temperaturen unter der Erde, wird das gerstenhaltige Getränk auch im Hochsommer nicht warm. Wer möchte das nicht?Ich dachte mir, ich probiere das einfach mal aus. So schwer kann es ja nicht sein, einen Biersafe zu bauen, oder?

Aber wenn man eigentlich gar keine Ahnung hat, was man da  macht, dann kann dieses ambitionierte Unterfangen  ganz schön tricky werden. Lernt aus meinen Fehlern und macht es besser. Und im Nachhinein betrachtet, ist es gar nicht so schwer. So gehts.

Ihr braucht:

1. Ein Vierkant-Aluprofil

Das Aluprofil sollte einen Meter lang und vier Zentimeter breit sein. Insgesamt müssen 30 Löcher in das Gestell gebohrt werden, um alle Teile daran zu befestigen.

2. Ein Kanalgrundrohr

Das Rohr sollte ebenfalls einen Meter lang sein und einen Durchmesser von 25 Zentimetern (250 mm) haben. Schmaler darf es nicht sein – den Fehler habe ich zu Beginn gemacht – weil das Gestell sonst nicht mehr problemlos reinpasst beziehungsweise klemmt, wenn ihr es aus dem Boden heben wollt. Außerdem braucht man für die eine Seite des Rohres einen Muffenstopfen, um es zu verschließen, sodass von oben kein Dreck reinkommt.

3. Zwölf Fahrrad-Trinkflaschenhalterungen

Hier kann man erkennen, wie die Halterungen angeordnet und am Aluprofil verschraubt werden. (Bild: Chelsy Haß)

Von den Halterungen braucht ihr insgesamt zwölf Stück. In meinem Fall hatten sie zwei Löcher, an denen sie befestigt werden konnten. Weil die Halterung allerdings etwas breiter ist als das Vierkantprofil, war es nicht möglich sie in drei „Etagen“ (eine Halterung an jeder Seite des Aluprofils) zu befestigen. Stattdessen sind sechs Etagen entstanden. Dabei wurden zwei Halterungen auf gegenüberliegenden Seiten befestigt, dann kommt die nächste Etage.

4. Fünfzehn Rundkopfgewindeschrauben

Mit den Schrauben (Durchmesser von 5 mm und Länge von 40 mm) werden die Halterungen und auch alle anderen Teile am Vierkantprofil befestigt. Jede Halterung braucht zwei Schrauben. Allerdings sind die Schrauben lang genug, dass damit auch die Getränkehalterungen auf der jeweils gegenüberliegenden Seite befestigt werden können. Deshalb sind es zwölf Schrauben für zwölf Halterungen und noch drei weitere Schrauben für Flaschenöffner, Magnet und Griff.

5. Fünfzehn Muttern

Logischeweise müsssen auch die zu den Schrauben gehörigen Muttern einen Durchmesser von 5 Millimetern haben. davon braucht ihr ebenfalls 15 Stück.

5. Einen anschraubbaren Wandflaschenöffner

Damit ihr eure Bierflaschen direkt öffnen könnt, ist es ratsam, einen Wandflaschenöffner zu besorgen. Der wird ebenfalls am Vierkantprofil befestigt.

6. Einen Magneten zum Auffangen der Kronkorken

Der Magnet fängt die Kronkorken auf – im Idealfall. Im Versuch hat das mal mehr und mal weniger geklappt.

7. Einen Griff zum Ausziehen des Gestells

Ganz wichtig ist der Griff. Der ermöglicht es, dass ihr das schwere Biergestell (12 x 0,33 Liter) herausziehen könnt.

So sollen Griff, Flaschenöffnet und Magnet angebracht werden. (Bild: Chelsy Haß)

8. Eine Bohrmaschine

30 Löcher müssen gebohrt werden. Das kann eine schweißtreibende Angelegenheit sein. Am Besten holt man sich helfende Hände, die das Aluprofil festhalten, damit die Löcher auch gerade werden. Denn auf den jeweils gegenüberliegenden Seiten des Profils müssen die Löcher ziemlich genau auf der gleichen Höhe sein, sonst passen die Schrauben nicht durch.

Dafür habe ich ein Spiralbohrer-Bit mit einem Durchmesser von 6 Milimetern benutzt. So passen die Schrauben in jeden Fall locker durch. Auch sollte auf eine feste Unterlage geachtet werden – bitte nicht auf Fliesen oder Parkett. Denn wenn der Bohrer sich einmal durch das Aluprofil gefressen hat, fängt er gerne an die darunterliegende Fläche zu bearbeiten.

Zur Vorgehensweise:

Das Aluprofil ist vierkantig, hat also theoretisch Platz für vier Halterungen auf einer „Etage“. In meinem Versuch waren die Getränkehalterungen allerdings etwas zu breit. Deshalb habe ich mich für sechs Getränkeetagen mit jeweils zwei Halterungen auf gegenüberliegenden Seiten entschieden.

Die Getränkehalterung, die ich benutzt habe, waren circa 15 Zentimeter lang. Auf dem Vierkantprofil habe ich die Löcher für die unterste Etage aufgezeichnet. Dafür habe ich die Halterung an das untere Ende des Profils gehalten und zwei Löcher markiert. Die gleichen Markierungen müssen auf der gegenüberliegenden Seite des Profils aufgezeichnet werden. Dann geht es an die nächste Etage.

Um am oberen Rand des Aluprofils noch 20 Zentimeter Platz für Griff, Magnet und Öffner zu haben, müssen sich die Halterungsetagen immer um circa zwei Zentimeter überlappen. Das heißt: Die zweite Etage wird nicht direkt an der oberen Kante der ersten Etage markiert, sondern etwas darunter.

Auch dürfen die Markierungen für die zweite Etage nicht auf den gleichen Seiten des Aluprofils markiert werden, wie die erste Etage. Das Profil hat vier Seiten – logisch, es ist ein Vierkant.

Auf jeder der vier Seiten sollten (versetzt) drei mal zwei Löcher gebohrt werden. (Bild: Chelsy Haß)

So markiert man alle Löcher für alle sechs Etagen der Getränkehalterungen. Am Ende sollten auf jeder Seite der vierkantigen Stange drei Markierungen für die Löcher sein.

Die letzten 20 Zentimeter sind für Griff, Magnet und Öffner reserviert. Hier sollte man darauf achten, dass der Griff so weit oben wie möglich platziert wird. Das Gestell soll am Ende nämlich entspannt aus dem Rohr gezogen werden können. Auf der gegenüberliegenden Seite werden noch Markierungen für Magnet und Öffner gemacht und schon können die Löcher gebohrt werden.

Sind alle Löcher gebohrt, müssen alle Einzelteile an dem Vierkantprofil befestigt werden: Schraube – Halterung – Profil – Halterung – Mutter.

Und das war es eigentlich schon. Jetzt muss der Biersafe „nur noch“ in den Boden gelassen werden. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten.

Variante „Hand-Erdbohrer“

Mit Hilfe eines Hand-Erdbohrers kann ein Loch in den Boden gebohrt werden. Das dauert circa eine halbe Stunde und setzt eine normale Bodenbeschaffenheit voraus. In einigen Baumärkten kann man sich so einen Bohrer ausleihen.

Variante „Spaten“

Wenn man keinen Hand-Erdbohrer hat, dann kann auch eine Mulde mit einem Spaten gegraben werden. Nachdem der Biersafe in die Mulde gelassen wurde, muss sie rundherum wieder zugeschüttet werden. Weil man für diese Variante sehr viel Erde aus dem Boden holen muss, ist sie mit einem recht großen Aufwand verbunden.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Chelsy Haß

Chelsy, nicht Chelsea oder Chelsey. 24 Jahre alte Volontärin der Nordwest-Zeitung mit ostfriesischem und (süd)amerikanischem Migrationshintergrund. Studiert habe ich im schönen Münster, und zwar Germanistik und Italienisch. Ansonsten bin ich ein Opfer meiner Generation - Stichwort Popculture und Smartphonesucht. Ich versuche aber der schleichenden Verdummung zu entkommen.

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